Einjährige Ausbildungsverträge nicht mehr zugelassen

In der Landwirtschaft war es bisher üblich, die gesamte Ausbildung auf mehrere Betriebe aufzuteilen, um den Auszubildenden einen möglichst großen Einblick in verschiedene Betriebsstrukturen und Wirtschaftsweisen zu gewähren und ihnen damit eine optimale Vorbereitung auf das spätere Berufsleben zu ermöglichen. In der überwiegenden Anzahl der Fälle wurden Jahresverträge zwischen den Vertragspartnern geschlossen, die zu Beginn der jeweiligen Ausbildungszeit bei der Landwirtschaftskammer zur Eintragung vorgelegt werden mussten. Dieses Verfahren ist aus rechtlichen Gründen nicht mehr zugelassen. Mit sofortiger Wirkung müssen alle Ausbildungsverträge über die gesamte Ausbildungszeit geschlossen werden.

Wie müssen Ausbildungsverträge künftig abgeschlossen werden?

Der Ausbildungsvertrag für den Auszubildenden ist ab sofort über die gesamte Dauer der Ausbildung (3 Jahre bzw. bei Anrechnung oder Verkürzung 2 Jahre) mit einem einzigen, für die Ausbildung anerkannten Betrieb (Ausbildender) abzuschließen. Dieser ist verantwortlich für die ordnungs­gemäße Durch­führung der Ausbildung.

Die rechtliche Vorgabe der Ausbildungsverordnung, die erforderliche Breite der Ausbildung (jeweils mindestens zwei Betriebszweige in der Pflanzenproduktion und der Tierproduktion, davon einer mit Fortpflanzung) zu gewährleisten, dürfte aufgrund der vorhandenen Betriebsstruktur in einem größeren Teil der Ausbildungsbetriebe grundsätzlich umzusetzen sein. Diese Ausbildungsverträge können, da die inhaltlichen und zeitlichen Vorgaben des Ausbildungsrahmenplans erfüllt sind, ohne weitere Vorbehalte eingetragen werden.


Vertragsaufhebung

Sollte eine Verbundausbildung nicht möglich oder von den Vertragspartnern nicht gewünscht sein, kann die Ausbildung ggf. in einem anderen anerkannten Ausbildungsbetrieb fortgesetzt werden. In derartigen Fällen ist der Ausbildungsvertrag von den Vertragspartnern im gegenseitigen Einvernehmen aufzuheben. Bei minderjährigen Auszubildenden ist für die Gültig­keit der Vertragsaufhebung - ebenso wie schon beim Ausbildungs­vertrag - die Unterschrift aller Erziehungs­berechtigten erforderlich.

Die Vertrags­auf­hebung ist der Kammer umgehend, spätestens bei der Vorlage des Folgevertrags anzuzeigen. Der Vertrag mit einem neuen Ausbildungsbetrieb (Anschluss­betrieb) ist wiederum bis zum vorgesehenen Ende der erforderlichen Gesamtausbildungszeit abzuschließen, so dass bei Betriebswechsel die verbleibende Ausbildungszeit für den Auszubildenden vertraglich abgesichert ist. Die Vertragsaufhebung wird durch die Landwirtschaftskammer registriert. Erst danach kann der Anschlussvertrag mit einem neuen Betrieb eingetragen werden.
 

Rückgabe des Vertrages nach Eintragung

Mit der Rücksendung des registrierten Ausbildungs­vertrages erhalten die Vertragspartner künftig einen vereinfachten Bescheid (Formblatt zum Ankreuzen), aus dem hervorgeht, inwieweit durch den vorgelegten Vertrag die rechtlichen Vorgaben der Ausbildungsverordnung erfüllt werden können bzw. welche Bedingungen ggf. noch zu erfüllen sind. In diesem Bescheid werden ggf. notwendige Vertragsanpassungen (z.B. durch ergänzende Vorlage eines Verbundvertrags oder rechtzeitige Einreichung eines Folgevertrages nach Aufhebung des Vorvertrages) eingefordert.

Spätestens mit Beginn des letzten Ausbildungsjahres muss - im Hinblick auf die Zulassung zur Abschlussprüfung - der Nachweis der erforderlichen Betriebszweige gemäß den o.g. Vorgaben der Ausbildungsverordnung abschließend geführt sein.

Quelle: LWK Niedersachsen

 

Weiterführende Informationen zur Ausbildung als Landwirt, sowie die Ausbildungsbetriebe in Bremen finden Sie auf der Seite der Landwirtschaftskammer Niedersachsen:

Ausbildungsbetriebe